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AUGUST-BOECKH-ANTIKEZENTRUM

Isaak August Dorner

Isaak August Dorner

 

Porträt von Isaak August Dorner
Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin

Rektor 1864/65

* 20. 06. 1809 Neuhausen ob Eck
† 08. 07. 1884 Wiesbaden

Theologe

1838 ao. Professor in Tübingen

1839 Professor in Kiel, 1843 in Königsberg, 1847 in Bonn, 1853 in Göttingen

1862 Professor in Berlin für systematische Theologie und christliche Sittenlehre

Isaak August Dorner studierte Theologie und Philosophie in Tübingen, wo er sich insbesondere mit Kant und Hegel befasste. Nach einer kurzen Zeit als Vikar wurde Dorner zunächst 1834 Repetent und nach seiner Promotion 1836 Professor in Tübingen. Sein akademischer Weg führte ihn über zahlreiche Stationen schließlich nach Berlin, was nicht zuletzt auf das Einwirken seines Freundes, des damaligen Kultusministers Bethmann-Hollweg, zurückging. Bereits kurze Zeit nach seiner Berufung nach Berlin bekleidete Dorner das Amt des Rektors und hielt zu seiner Rektoratsübernahme eine Rede über das „Wesen und die Idee der Universität“, in der er seiner universellen ethischen Auffassung über die Aufgabe der Universitäten Ausdruck verlieh.

In der Theologiegeschichte gilt Dorner als Vertreter der Vermittlungstheologie. Zwischen Erweckungsfrömmigkeit und Institution, zwischen freiem Protestantismus und Konfessionalismus, zwischen altkirchlicher Trinitätslehre und der neueren Philosophie versuchte er zu vermitteln.

Als seine Hauptwerke können die stark spekulative „Entwicklungsgeschichte der Lehre von der Person Christi“ (1839), die „Geschichte der protestantischen Theologie, besonders in Deutschland“ (1867), die auch ins Englische und Französische übersetzt wurden, und das „System der christlichen Glaubenslehre (2 Bände, 1879) gelten. Letztere enthält eine in dieser Form neuartige Pisteologie, welche die Stufen auf dem Weg zum Glauben schildert.

Dorners theologischer Ansatz manifestiert sich auch in seiner Mitarbeit bei der Reform der Kirchen. Als Mitglied des Evangelischen Oberkirchenrats setzte er sich für den Abschluss der Bibelrevision ein, also einer Verbesserung der Lutherschen Bibelübersetzung.

Im Kulturkampf stand er auf der Seite des Staates, war mit der Zivilehe einverstanden und forderte ihre Anerkennung durch die Kirche.