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Humboldt-Universität zu Berlin - AUGUST-BOECKH-ANTIKEZENTRUM

Theodor Mommsen

Theodor Mommsen

 

Porträt von Theodor Mommsen
Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin

Rektor 1874/75

* 30. 11. 1817 Garding
† 01. 11. 1903 Berlin-Charlottenburg

Historiker

1852 Professor des römischen Rechts in Zürich

1854 Professor des römischen Rechts in Breslau

1858 Beamter der Preußischen Akademie

1861 Professor der Alten Geschichte in Berlin

1902 Literaturnobelpreis
 

Der bedeutendste Altertumswissenschaftler des 19. Jahrhunderts stammt aus einer Pfarrersfamilie. Der Vater weckte schon früh das Interesse an den antiken Klassikern. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft und Philologie in Kiel strebte Theodor Mommsen die wissenschaftliche Laufbahn an. 1844 erhielt er ein Reisestipendium und hielt sich bis 1847 in Italien auf, wo er sich mit römischen Inschriften beschäftigte. Schon damals begann er mit einer Sammlung aller lateinischen Inschriften, die im Gegensatz zu früheren Projekten, allein auf dem Autopsieprinzip beruhte. Der Corpus Inscritionum Latinarum erschien in 16 Bänden.

Seine wissenschaftliche Laufbahn begann er in Leipzig. Über Zürich und Breslau gelangte er 1858 an die Preußische Akademie der Wissenschaften, 1861 folgte  der Lehrstuhl für Alte Geschichte in der Berliner Universität. Die Rede beim Antritt des Rektorats hielt er: „Über das Geschichtsstudium“.

Seinen Forschungsprojekten – darunter mehreren Quelleneditionen – widmete er sich intensiv. Sein Hauptwerk ist die „Römische Geschichte“, erschienen in den 1850er-Jahren, für die er 1902 als erster Deutscher den Literaturnobelpreis erhielt. In der Darstellung der Geschichte Roms beschreibt er Caesar als genialen Staatsmann.

Mommsen war politisch aktiv. Den liberalen Ideen zugewandt, vertrat er als Journalist in der Märzrevolution 1848 seine Überzeugungen und beteiligte sich 1849 am sächsischen Maiaufstand, was die Entlassung aus dem Hochschuldienst zur Folge hatte. In den 1870er-Jahren war er Mitglied des Preußischen Landtages und scharfer Gegner Bismarcks. Bekannt ist er auch für sein Engagement gegen den Antisemitismus. Im Berliner Antisemitismusstreit 1879/80 wandte Mommsen sich gegen seinen Kollegen von Treitschke und gründete den Verein zur Abwehr des Antisemitismus.

Einer seiner berühmtesten Schüler ist Max Weber, der sich in seiner weiteren Entwicklung jedoch für die Soziologie entschied, obwohl Mommsen in ihm den einzig würdigen Nachfolger sah.